Familienkonzert des Wuppertaler Sinfonieorchesters am 28.10.2001 in der Wuppertaler Stadthalle auf dem Johannisberg.
|
|
Westdeutsche Zeitung Wuppertal 31.10.2001
|
|
|
Pauken ließen den Donner dröhnen
|
Beim ersten Familienkonzert des Sinfonieorchesters stiegen Drachen zum Himmel
|
|
(vp). Ein riesiger, bunter Gleitdrachen mit mächtig langem Schwanz beherrschte schon vor Beginn des ersten Familienkonzerts des Wuppertaler Sinfonieorchesters die Bühne. Moderator Werner Wittersheim versprach den Kindern am Ende des Konzerts ein Stück für „Drachensolo“, also einen echten Drachenflug quer durch den großen Stadthallensaal. Grund genug für die Kinder auszuharren und eine Stunde lang erzählter Musik zu lauschen.
|
Alf Hoffmanns „Flieg, mein Drachen – Flieg“, mit dem motivierenden Text von Monika Reimers steht in der Tradition der „klassischen” Kinderstücke von Prokofjew oder Saint-Saens und trifft ins Kinderherz.
|
Die kleine Selene, deren Drachen am Tag vor dem Drachenfest auf dem Johannisberg fortfliegt, träumt sich mit ihrem Spielzeug durch die bunte, schöne und seltsame Welt, erlebt kahle Berge, Karawanenzüge in der Wüste und den chinesischen Wundergarten mit Vögeln in goldenen Käfigen.
|
Hoffmanns Musik findet die rechte Balance zwischen melodisch -liedhaften Klängen, typisierender Volksmusik und moderner Tonsprache.
|
So kann man Kinder mit Leichtigkeit an Neue Musik heranführen, wenn etwa beim Aufsteigen des Drachens die Streicher sirrende Klangfelder erzeugen, des Kontrafagotts düstere Abwärtsskalen den Absturz des Fluggleiters symbolisieren. Und wenn Streicher-Pizzicati und aufgeregte Tremoli als Regenmusik und bedrohliche Blechbläserkaskaden sich mischen, Paukenschläge und schrille Pikkoloflöten-Einwürfe Donner und Blitz erzeugen und dazu noch die Lichtregie auf der großen Leinwand „echte“ Strobo-Blitze zucken lässt, dann dürfte es manchem Kind schon angst und bange geworden sein.
|
Welche Erlösung. wenn dann von der heiteren, bunten Welt des chinesischen Festes mit seinen wunderbaren Drachenmodellen musikalisch vielfältig erzählt wird, verbunden mit sanften Lichtfarben und der beruhigenden Stimme von Sprecher Wittersheim.
|
Das ist beste Musik für Kinder, anspruchsvoll, aber nachvollziehbar aufbereitet.
|
Das zeigte auch der begeisterte Applaus für das hochmotivierte Sinfonieorchester unter der Stabführung von Simon Rekers, für den Komponisten, die erfindungsreiche Texterin und den mitreißenden Erzähler.
|
|
|
|
|
|